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Abfallplanung aktualisiert: weniger Kehricht, mehr Kreislaufwirtschaft



Kantonale Verwaltung Nidwalden


25.09.2026, Die Nidwaldner Bevölkerung produziert pro Kopf deutlich weniger Kehricht als noch vor zehn Jahren. Mit der überarbeiteten Abfall- und Deponieplanung will der Kanton diese Entwicklung weiter fördern: Verwertbare Materialien sollen besser getrennt, Bauabfälle vermehrt wiederverwendet und genügend Deponieraum für nicht verwertbare Materialien gesichert werden.


Der Kanton Nidwalden hat seine Abfall- und Deponieplanung aktualisiert. Diese zeigt auf, welche Abfälle im Kanton anfallen, wie sie verwertet oder entsorgt und welche Verwertungs- oder Entsorgungskapazitäten künftig benötigt werden. Daraus leitet der Kanton auf Grundlage des Leitbilds Nidwalden 2035 die Schwerpunkte für die kommenden Jahre ab. Dabei setzt er auf einen bewussten Umgang mit den verfügbaren Ressourcen und eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft.

Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre zeigt ein positives Bild beim Hauskehricht: Die brennbaren Siedlungsabfälle gingen zwischen 2014 und 2023 trotz Bevölkerungswachstum um 17 Prozent zurück. Pro Einwohnerin und Einwohner beträgt die Abnahme 22 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Sperrgut seit 2019 nicht mehr kostenlos entsorgt werden kann.

Mehr Wertstoffe aus dem Kehrichtsack holen

Potenzial besteht bei der Trennung der Abfälle. «Noch immer gelangen verwertbare Materialien in den Kehrichtsack», sagt Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen. Gemäss Erhebungen des Bundes machen allein biologisch verwertbare Abfälle wie Rüst- und Speiseabfälle rund einen Drittel aus. Joe Christen: «Wir möchten daher gemeinsam mit den Gemeinden die Information über die richtige Abfalltrennung und bestehende Entsorgungsmöglichkeiten verstärken.» Denkbar sind Hinweise, Informationskampagnen oder eine verstärkte Beratung an bedienten Sammelstellen und Recyclinghöfen. Wo sinnvoll, sollen bestehende Separatsammlungen erweitert oder neue Angebote geprüft werden.

Gleichzeitig soll die Qualität der separat gesammelten Wertstoffe verbessert werden. Fremdstoffe, insbesondere in Papier- und Kartonsammlungen, erschweren oder verhindern deren Wiederverwertung. Auch hier sollen Information und Sammelangebote dazu beitragen, saubere Wertstoffkreisläufe zu schaffen.

Bei den biogenen Abfällen geht der Kanton noch einen Schritt weiter. Mit einer Potenzialanalyse soll geklärt werden, ob sich eine Vergärungsanlage für Nidwalden eignet und wie eine mögliche Trägerschaft ausgestaltet werden könnte. In einer solchen Anlage können organische Abfälle verwertet und unter anderem zur Produktion von Biogas genutzt werden.

Mehr Recyclingbaustoffe einsetzen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei den Bauabfällen. Deren Menge ist deutlich grösser als jene der Siedlungsabfälle. Ziel ist die Erarbeitung einer Recyclingbaustoff-Strategie, die als Basis dafür dient, mehr wiederverwertbare Materialien aus Rückbauten aufzubereiten. «Der Kanton will bei eigenen Bauvorhaben eine Vorreiterrolle übernehmen», erklärt Joe Christen. Damit werden natürliche Rohstoffe geschont und gleichzeitig weniger Materialien auf Deponien abgelagert.

Für die meisten Abfallarten ist die Entsorgung derzeit sichergestellt. Für unverschmutztes Aushubmaterial sowie für Abfälle des Typs E, die schadstoffbelastet sind und nicht anderweitig verwertet werden können, besteht hingegen Handlungsbedarf. Da Planung und Realisierung viel Zeit beanspruchen, muss frühzeitig genügend Deponieraum gesichert werden. Für unverschmutzten Aushub soll ein geeigneter Standort gesucht und raumplanerisch gesichert werden. Beim Typ E steht derzeit die Deponie Cholwald zur Verfügung. Sie soll um eine Etappe erweitert werden. Das entsprechende Richtplanverfahren läuft.

Gleichzeitig soll möglichst wenig Material deponiert werden, das noch verwertet werden kann. Der Kanton will deshalb gemeinsam mit den Deponiebetreibern dafür sorgen, dass verwertbares Material möglichst gar nicht abgelagert wird.

Mit der aktualisierten Abfall- und Deponieplanung verfolgt der Kanton eine klare Stossrichtung: Abfälle möglichst vermeiden, verwertbare Materialien konsequenter im Kreislauf halten und langfristig genügend Deponieraum für jene Abfälle sichern, für die keine sinnvolle Verwertung möglich ist.


Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.



Über Kantonale Verwaltung Nidwalden:

1291 schlossen die Talleute von Uri, Schwyz und Nidwalden ein Bündnis, das zur Bildung der Eidgenossenschaft führen sollte. Freilich waren damals noch fast keine staatlichen Strukturen vorhanden. Diese begannen sich erst zu entwickeln und erreichten gegen Ende des 14. Jahrhunderts sowohl auf regionaler wie auf kommunaler Ebene einen Stand, der bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft höchstens noch marginal verändert worden ist: Alle politischen Gewalten (wie Landsgemeinde, Landrat, Wochenrat, obrigkeitliche Herren, Gerichte, dörfliche Ürten und Kirchgemeinden) waren nun institutionalisiert. Schritt mit diesem Aufbau hielt die Ausbildung des Territoriums mit dem Zurückdrängen der Feudalrechte Landsfremder und der Annexion der Engelberger Alpen.

Ob- und Nidwalden bildeten jedoch nie eine politische Einheit. Nidwalden trat 1291 allein mit Uri und Schwyz in den Bund ein (Obwalden kam erst später hinzu). Verschiedene Wege ging man auch beim Aufbau der Staatsstrukturen. Einzig zur Beratung wichtiger gemeinsamer Interessen rief man im 14. und im 15. Jahrhundert bisweilen die Landleute aus beiden Talschaften zusammen. Später unterblieb auch das, soweit hatte man sich auseinandergelebt, dass man lieber mit den Urnern, Schwyzern oder Luzernern gemeinsame Sache machte als miteinander. So galt Nidwalden bei den politischen Auseinandersetzungen nach den Burgunderkriegen, die im Stanser Verkommnis 1481 ihr Ende fanden, als neutral, während Obwalden als Parteigänger angesehen wurde. Oder Nidwalden eroberte mit Uri und Schwyz allein die ennetbirgischen Vogteien Bellinzona, Riviera und Blenio im Tessin.

Das Nidwaldner Selbstverständnis war in hohem Masse religiös bestimmt. Die Stellung der Kirche war stark, das christliche Nidwalden eine Realität. Der berühmteste Nidwaldner Staatsmann Landammann Melchior Lussi vertrat gar die gesamte Innerschweiz am Konzil von Trient und war massgebend an der Erneuerungsbewegung beteiligt. Es erstaunt darum nicht, dass die Reformen der katholischen Kirche hier auf fruchtbaren Boden fielen.

Wirtschaftlich blieb Nidwalden bis ins 20. Jahrhundert ein Agrarland. Vieh und Hartkäse wurden vor allem nach Oberitalien ausgeführt. Obwohl das Land schon im Spätmittelalter die Bevölkerung nicht ernähren konnte, entstand nur im Rotzloch eine kleine Industriezone. Solddienste und später Auswanderungen ins Elsass, nach Württemberg, später auch nach Preussen, Russland und Übersee trugen zur Linderung des Bevölkerungsdruckes bei.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren noch über 95 Prozent der ansässigen Bevölkerung Landleute und mehr als 85 Prozent wohnten in jener Gemeinde, in der sie das Bürgerrecht besassen. Die Ideen der französischen Revolution fanden deshalb hier nur wenig Anhänger. Der überwiegende Teil besass an der Landsgemeinde und in den Ürteversammlungen Mitspracherechte, von denen man andernorts nur träumen konnte. Nidwalden lehnte in der Folge die Helvetische Verfassung ab, deren Bestimmungen ideell zwar zukunftsweisend waren, in der Realität aber für die meisten Landesbewohner einen politischen Rückschritt bedeuteten. Die Ablehnung musste Nidwalden am 9. September 1798 mit dem Niedermetzeln von über 400 Personen durch französische Truppen und der willkürlichen Zerstörung von mehreren hundert Gebäuden schwer bezahlen.

Die günstige geografische Lage des Kantons Nidwalden macht den Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsträger. Der Vierwaldstättersee und die Berge ermöglichen im Sommer wie im Winter ein breites Freizeit- und Ferienangebot. Die Seegemeinden verfügen über eine Vielzahl von Wassersportmöglichkeiten und die Voralpen sind mit Bergbahnen gut erschlossen. Die Ausflugs- und Ferienziele sind bequem, schnell und individuell erreichbar. Sei es der Erlebnisberg Klewenalp, der Blumenberg Stanserhorn, der Titlisgletscher, die voralpine Region Bannalp, der mondäne Bürgenstock mit dem welthöchsten Aussenlift zur Hammetschwand oder die Sommerbobs auf Wirzweli.

Der Kanton Nidwalden offeriert eine Fülle von Naturschönheiten, Sportmöglichkeiten und Erlebnisangeboten. Mit dem Einbezug von lokalen Besonderheiten wie der Bähnli-Safari, der Glasi Hergiswil oder 'Schlafen im Stroh' werden Zeichen zur Umsetzung eines sanften Tourismus gesetzt.


Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


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